Diakoniewissenschaftliches Colloquium: „Eitel Vergnügungssucht, ungesunde Intellektualität oder Geldgier“. Ethische Diskurse um weibliche Erwerbsarbeit, auch in der Diakonie, in den 1950er- und 1960er-Jahren

Im Rahmen des Diakoniewissenschaftlichen Colloquiums findet am 18. November um 18 Uhr ein Vortrag von Dr. Sarah Jäger zu „Eitel Vergnügungssucht, ungesunde Intellektualität oder Geldgier“. Ethische Diskurse um weibliche Erwerbsarbeit, auch in der Diakonie, in den 1950er- und 1960er-Jahren statt. Der Vortrag findet digital über Zoom statt. Bitte melden Sie sich bei  Anke Voß unter voss@diakoniewissenschaft-idm.de an, um einen entsprechenden Link zu erhalten.

In der Folge des Ausbaus des Sozialstaates und als Folge des Krieges stieg der Arbeitskräftebedarf in der Diakonie, besonders in der Krankenpflege, im Nachkriegsdeutschland massiv. Dies machte es nötig, das – zunächst ab Beginn der fünfziger Jahre wieder im Protestantismus dominant gewordene – weibliche Leitbild von Familie und Haushalt zu dekonstruieren und Teilzeitarbeit als Kombination von Erwerbsarbeit und Familienarbeit in Erwägung zu ziehen. Für verheiratete Frauen und besonders für Mütter wurde so das Modell der Halbtags‑ oder Teilzeitarbeit zu einem leitenden Modell, dann auch außerhalb der Diakonie.

Der Vortrag geht den protestantischen ethischen Diskursen um weibliche Erwerbsarbeit nach und betrachtet dabei insbesondere den Zusammenhang zwischen der Beurteilung von außerhäuslicher Arbeit der Frau und ihrer gesellschaftlichen Rolle.