Diakoniewissenschaftliches Kolloquium am 13. Januar 2021 „Von der Pflege zur Leitung: Katholische Schwestern in Krankenhäusern des 19. und 20. Jahrhunderts“.

Am 13. Januar referierte Frau Dr. Relinde Meiwes (Berlin) im Rahmen des Diakoniewissenschaftlichen Kolloquiums des Instituts für Diakonie- und Sozialgeschichte (IDSG) zu „Von der Pflege zur Leitung: Katholische Schwestern in Krankenhäusern des 19. und 20. Jahrhunderts“.

Dr. Relinde Meiwes beschäftigte sich mit dem Einfluss der katholischen Frauenkongregationen auf Etablierung und Fortentwicklung sowie auf Inhalte und Praxis der Krankenpflege im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sie zeigte, dass die Tätigkeit der Schwestern keineswegs auf eine dienende und sorgende Funktion beschränkt blieb. Das Aufgabenspektrum von einer qualifizierten Krankenpflege bis hin zur Leitung eines Krankenhauses – im Besitz der Kongregation – erforderte darüber hinaus gehende Qualifikationen.

Dr. Relinde Meiwes lebt und arbeitet als freiberufliche Historikerin in Berlin und forscht in ihrem aktuellen Projekt über das Engagement von Franziskanerinnen und Elisabethschwestern im Pflegewesen.

Diakoniewissenschaftliches Kolloquium am 20.01.2021

Die Autoren Prof. Dr. Martin Büscher und Dr. Jens Rannenberg stellten das mit Prof. Dr. Dierk Starnitzke erarbeite und kürzlich erschienene Werk aus der NOMOS-Reihe vor:

Die Monographie wertet 25 standardisierte Interviews von leitenden Personen aus diakonischen und privatwirtschaftlichen Unternehmen zu Wertefragen aus. Auf diesem Hintergrund wurden Bausteine einer wertegeleiteten und kontextorientierten Unternehmenstheorie entwickelt. Die Ergebnisse dieser Studie wurden von den Autoren dargestellt.

Büscher, Martin/ Rannenberg, Jens/ Starnitzke, Dierk. Wertegeleitete Unternehmensführung – Empirie und Theorie diakonischer und privatwirtschaftlicher Unternehmen, Bd. 15 Schriftenreihe Diakoniewissenschaft | Diakoniemanagement, NOMOS-Verlag, Baden-Baden 2020 (301 S.)

Hanna-Jursch-Preis der EKD geht an Theologin Sarah Jäger

München/Hannover (epd). Die Theologin Sarah Jäger erhält den mit 5.000 Euro dotierten Hanna-Jursch-Preis der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Mit dem Preis zeichnet der Rat der EKD alle zwei Jahre herausragende wissenschaftlich-theologische Arbeiten aus, in denen gender- oder geschlechterspezifische Perspektiven eine wesentliche Rolle spielen, heißt es in einer Mitteilung vom Dienstag.

Sarah Jäger erhält die Auszeichnung der EKD für ihre Dissertation „Bundesdeutscher Protestantismus und Geschlechterdiskurse 1949 – 1971. Eine Revolution auf leisen Sohlen“. Diese hat sie an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität verfasst. In ihrer Arbeit beschäftige sie sich mit dem westdeutschen Protestantismus und seinen ethischen Debatten um weibliche Erwerbsarbeit, Familie, Sexualität und „Sittlichkeit“ in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik. Jäger entwerfe ein „differenziertes Gesamtbild“ der damaligen Geschlechterdiskurse, urteilte die Jury.

Alle Veranstaltungen mit digitaler Teilnahmemöglichkeit

Das IDM bietet derzeit alle Seminarveranstaltungen als Online-Veranstaltungen an. Dies betrifft ebenfalls die Kompaktseminare und das Diakoniewissenschaftliche Kolloquium.

Wir wünschen uns, bald wieder Präsenzveranstaltungen mit digitaler Teilnahmemöglichkeit durchführen zu können, damit Teilnehmende je nach eigener Risikoeinschätzung bzw. je nach Vorgabe Ihrer Einrichtung an den Seminaren entweder vor Ort in Bielefeld oder auch digital per Zoom teilnehmen können.

 

Kompaktseminar: Diakonie als Branche: Entstehung, Strukturen, Profile

21. – 23. Januar 2021 / 18. – 20. Februar 2021

Wer in der Diakonie Leitungsverantwortung übernimmt, braucht nicht nur Kenntnisse im Blick auf Management, sondern auch Verständnis für die besondere Prägung diakonischer Organisationen. Einblicke in die Entstehung, die vielfältigen Strukturen und die theologischen und spirituellen Profile diakonischer Arbeit erleichtern die Orientierung. Dieses Seminar vertieft den Blick in die Geschichte moderner Diakonie, um deren „Geworden-Sein“ im historischen Kontext von Kirche und Gesellschaft in wesentlichen Entwicklungslinien zu verstehen. So werden Voraussetzungen geschaffen, damit Sie mit der Historie des eigenen Unternehmens angemessen umgehen können. Außerdem erhalten Sie Einblick in die aktuellen Diskurse und Positionen zum diakonischen Profil.

Vortrag: Bethels „Kampf“ gegen die NS-„Euthanasie“ – Öffentliches Bild und eigene Rolle, 1945-1970

Im Rahmen des Diakoniewissenschaftlichen Colloquium referierte Dr. Uwe Kaminsky am 09. Dezember 2020 zu Bethels „Kampf“ gegen die NS-„Euthanasie“ – Öffentliches Bild und eigene Rolle, 1945-1970.
 
„Wie konnte er das?“, fragte rhetorisch der vor dem Nürnberger Militärtribunal angeklagte und von Hitler mit der „Euthanasie“ beauftragte Karl Brandt am 19. Juli 1947. Brandt verwies damit auf die kolportierte Meinung Fritz von Bodelschwinghs (d.J.), dass er kein Verbrecher sondern ein Idealist sei.
Das Verhalten der v. Bodelschwinghschen Anstalten (heute Stiftungen) zu den nationalsozialistischen Kranken- und Behindertenmorden ist ein bereits zeitgenössisch kontrovers betrachtetes Thema gewesen. Die Frage, was geschah und wie man damit umging, wurde und wird immer wieder zum Thema gemacht, weil es je nach Sichtweise geeignet erscheint entweder eine ethische und theologische Grundüberzeugung zur Verteidigung des Lebensrechtes von Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen zu illustrieren oder aber genau das Gegenteil zu zeigen, nämlich wie durch eine pragmatische Haltung des Eingehens auf staatliche Zumutungen auch die eigene ethische Position schwankend wird.
Dem Entstehen des Bildes von Bethels „Kampf“ gegen die NS-“Euthanasie“ wurde im Vortrag nachgegangen. Dr. Uwe Kaminsky ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre der Ev.-theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum.