Diakoniewissenschaftliches Kolloquium am 10. Mai 2021

Pfr. Ingo Stucke referierte am 10. Mai 2021 im Rahmen des Diakoniewissenschaftlichen Kolloquiums in Kooperation mit dem Institut für Diakonie- und Sozialgeschichte (IDSG) zu

„Das Amt des Archidiakons in der EKvW. Mehr als Anachronismus und kirchenpolitischer Bypass?“

Diakonische Einrichtungen, Initiativen und Werke und verfasste Kirche folgen ihren eigenen Logiken. Autonomiebestrebungen stehen gegen Unterordnungsversuchen. Ist die Zuständigkeit für Diakonie in der neuen Kirchenleitungsstruktur nicht mehr bei einer eigenen Oberkirchenrätin angesiedelt sondern ins Ressort des theologischen Vizepräsidenten gekommen, gab es in den Anfangsjahren einen interessanten Koordinationsansatz mit dem Amt des neugeschaffenen Archidiakons.

zur Person:

Ingo Stucke studierte Geschichtswissenschaft (M.A.) an der Universität Bielefeld sowie Ev. Theologie an der Kirchlichen Hochschule Bethel und der WWU Münster (Dipl.theol.). Seit sieben Jahren ist er Pfarrer an der Bartholomäuskirche Brackwede.

Weiterbildung in Corona-Zeiten?

Pandemie bedeutet für Leitungsverantwortliche in Diakonie, Kirche und Sozialwirtschaft: Verunsicherungen, hohe Arbeitsbelastung und komplexe Entscheidungsprozesse. Warum sollten Sie da Kopf, Zeit und Muße für ein berufsbegleitendes Studium haben?

  • Das Studium am IDM ist sicher. Der jeweiligen pandemischen Lage angemessen finden Veranstaltungen in digitaler Form oder unter Einhaltung von Hygieneregeln statt.
  • Das Studium am IDM ist flexibel. Tragen Sie zu Hause Betreuungsverantwortung und haben Sorge, daher das Pensum nicht zu schaffen, kann das Studium individuell gestaltet werden: ermöglicht etwa durch hybride Veranstaltungen, Fristverlängerung bei Abgaben, späteres Nachholen einzelner Module, Mitverpflegung Angehöriger bei Präsenzveranstaltungen, zusätzliche Räumlichkeiten zum Wickeln und Füttern.
  • Das Studium am IDM ist praxisorientiert. Sie bringen aktuelle Fragen, die das Management in Krisenzeiten oder ethische Fragen betreffen, mit. Das Studium birgt so einen unmittelbaren Input für Ihre tägliche Berufspraxis und hilft, den gegenwärtigen Herausforderungen verantwortlich und wissenschaftlich reflektiert zu begegnen.
  • Das Studium am IDM soll bezahlbar sein. Zögern Sie aus finanziellen Gründen, das Studium zu beginnen, melden Sie sich gerne, um sich bezüglich verschiedener Möglichkeiten der Finanzierung beraten zu lassen.

Wenn Sie in Zeiten der Krise studieren möchten in einer Atmosphäre, die nicht nur geprägt ist von wissenschaftlicher Expertise, sondern auch von Menschlichkeit, Gastfreundschaft und Wertschätzung, sind Sie am IDM genau richtig.

M.A. Diakoniemanagement

für Leitungskräfte aus diakonischen Unternehmen und Unternehmen der Sozialwirtschaft

PhD Diakoniewissenschaft

für Leitungskräfte aus diakonischen Unternehmen und Unternehmen der Sozialwirtschaft

M.A. Diaconic Management

internationaler Studiengang

Abschluss: M.A.

Abschluss: Dr. diac.

Abschluss: M.A.

Rückblick auf das Diakoniewissenschaftliche Kolloquium vom 14. April 2021

Dr. Frank Konersmann referierte am 14. April 2021 im Rahmen des Diakoniewissenschaftlichen Kolloquiums in Kooperation mit dem Institut für Diakonie- und Sozialgeschichte (IDSG) zu

„Von Guten und Bösen, von Opfern und Tätern“

– Bemerkungen zu begrifflichen und methodischen Fallstricken und zu Chancen ihrer Vermeidung in Biographien der Diakoniegeschichte (im Rahmen der Historiographie über das NS-Regime).

Den Ausgangspunkt des Vortrages bildet die Verwendung der beiden Begriffspaare ‚Gute und Böse‘ und ‚Opfer und Täter‘ in verschiedenen Zweigen der Historiographie über das  NS-Regime, wo  Personengruppen mit diesen beiden Begriffspaaren identifiziert werden. Gefragt wird zunächst  nach der jeweiligen Bedeutung und Funktion dieser Begriffspaare an ausgewählten Beispielen für verschiedene Gattungen historiographischer Darstellung (Weltkriegsmuseen, Täter- und Opferbiographien im Rahmen von Dokumentationen und Gedenkbüchern, Biographien, Monographien mit systematischen Betrachtungen etc.). Im Anschluss soll gemäß der historischen Semantik die Asymmetrie dieser Begriffspaare hinsichtlich ihrer Konsequenzen für die solchermaßen identifizierten Personengruppen aufgehellt werden. Sodann wird gefragt, erstens, ob und inwiefern eine solche Identifizierung mit den methodischen Möglichkeiten der Geschichtswissenschaft (historisch-kritische Textanalyse, analytische Ansätze der historischen Sozialwissenschaften), der es hauptsächlich um das Verstehen von Menschen, Ereignissen und Vorgängen geht, vereinbar ist, und, zweitens, welche Interessen, Erwartungen, Anliegen und Bedürfnisse letztlich ausschlaggebend sind, die auf eine solche Identifikation von Personengruppen zielen und sie bevorzugen. Schließlich soll erörtert werden, welche methodischen Chancen die historiographische Gattung der Biographie bietet, die nach Wilhelm Dilthey auf das Verstehen ausgerichtet ist, und welche Grenzen ihr unterliegen in Anbetracht der während des Vortrages angesprochenen heterogenen Interessen und Erwartungen an eine historiographische Darstellung von Einzelpersonen und Personengruppen während des NS-Regimes.

Zur Person:

Dr. Frank Konersmann ist wissenschaftlicher Berater im Archiv der diakonischen Stiftung Eben-Ezer in Lemgo. Zuvor war er als Archivar der Stiftung tätig und hat bis 2019 als Lehrkraft an der Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie der Universität Bielefeld gearbeitet. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die europäische Agrar-, Sozial- und Klimageschichte der Frühen Neuzeit, wozu er zuletzt den Band mit dem Titel ‚Die Kleine Eiszeit (1430-1830) in Unterricht und Lehre‘ veröffentlichte.