Die Rolle evangelischer Krankenpflege und das Evangelische Krankenhaus in der öffentlichen Gesundheitsversorgung

 

Diakoniewissenschaftliches Kolloquium vom 7. Juli 2021

Braucht es in unserem Sozialstaat mit seiner zunehmenden Säkularisierung überhaupt eine konfessionelle Pflege? Inwiefern – da sie nach wie vor einen wesentlichen Teil pflegerischer Angebote darstellt – ist sie von besonderer Bedeutung? Kann ein Evangelisches Krankenhaus sich überhaupt von anderen Krankenhäusern unterscheiden? Worin liegt dann sein Profil?

Diese Fragen prägten das Diakoniewissenschaftliche Kolloquium.

Die Referentin war Prof. Dr. habil. Barbara Städtler-Mach. Sie ist Theologin und Diakoniewissenschaftlerin, seit 1996 Professorin an der Evangelischen Hochschule Nürnberg, seit 2014 deren Präsidentin. Sie hat an dieser Hochschule zum Wintersemester 1996/97 den ersten Pflegestudiengang aufgebaut und das Angebot der Pflegestudiengänge seitdem kontinuierlich mit erweitert. Ihr Lehrgebiet ist Anthropologie und Ethik im Gesundheitswesen. 

Wir erlebten einen spannenden Impuls und eine anregende Diskussion.

Dr. Anika Albert wird Juniorprofessorin am Institut für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement (IDM)

Prof. Dr. Anika Christina Albert hat ihr neues Amt als Juniorprofessorin am Lehrstuhl für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement am 1. Mai 2021 angetreten. „Diakonie ist Wesens- und Lebensäußerung der Kirche“, sagt sie. „Um das immer wieder neu zu verstehen, braucht es eine offene und kritische Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und Entwicklungen wie Digitalisierung, demographischer Wandel oder auch der Corona-Pandemie.“

Albert studierte Evangelische Theologie und Diakoniewissenschaft in Marburg und Heidelberg und absolvierte den Masterfernstudiengang „Management von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen“ an der TU Kaiserslautern und der Universität Witten/Herdecke. Nach Vikariat, Zweitem Theologischen Examen und Ordination ist sie Pfarrerin der Evangelischen Kirchen Kurhessen-Waldeck und seit 2011 mit ehrenamtlichem Pfarrdienst beauftragt.

2009 wurde sie am Diakoniewissenschaftliche Institut in Heidelberg mit einer diakonietheologischen Dissertation zum Thema „Helfen als Gabe und Gegenseitigkeit. “ promoviert. Hier arbeitete Albert als akademische Mitarbeiterin und war von 2011 bis 2014 auch als Dozentin für Systematische Theologie und Ethik an der Evangelischen Hochschule Freiburg tätig. Außerdem nahm sie weitere Lehraufträge wahr und engagierte sich in verschiedenen europäischen Forschungsprojekten. Seit 2014 ist sie Fellow im Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm für Frauen und forscht hier zum Thema „Menschenwürde und Lebensqualität. Perspektiven theologischer Ethik auf Alter, Demenz und Technik“. Anika Albert ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Ihre institutsinterne Begrüßung fand am 3. Mai in einer eigens anberaumten Videokonferenz mit den am Institut Tätigen statt. Diese pandemiegerechte Form der Begrüßung sei ein Behelf, wie Institutsdirektor Prof. Thorsten Moos in seiner Begrüßungsansprache feststellte. Gerade die für den Einstieg oft hilfreichen Tür- und Angelgespräche seien derzeit nicht möglich. Moos verband seine Wünsche für den Beginn von Anikas Alberts Tätigkeit am IDM mit der Tageslosung aus 2. Samuel 22: „Der HERR ward mein Halt. Er führte mich hinaus ins Weite.“

Aktuell finden alle internen und externen Veranstaltungen am IDM in digitalen Formaten statt, so dass es noch etwas dauern wird, bis Anika Albert in ihrem Büro im Haus Groß-Bethel einen Ausdruck der Losung ihres ersten Arbeitstags als Willkommensgruß vorfindet.

Prof. Dr. Anika Christina Albert trat ihr neues Amt am 1. Mai 2021 am Institut für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement (IDM) am Standort Bethel an.

Pressemitteilung der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel 

Diakoniewissenschaftliches Kolloquium am 16. Juni 2021 „Innovation durch Tradition“

Innovation durch Tradition.

Wie AGAPLESION die Zukunft gestaltet

AGAPLESION hat bei seiner Gründung vor 19 Jahren in Diakonie und Kirche für Aufsehen gesorgt, da die Rechtsform einer gemeinnützigen Aktiengesellschaft damals ungewöhnlich war. Sie ist es bis heute geblieben.

Dr. Markus Horneber berichtete über die Herausforderungen des gegenwärtigen Organisationsentwicklungsprozesses, über die strategische Unternehmensplanung und über die Rolle der Unternehmenskultur in diesem Prozess.

zur Person:

Dr. Markus Horneber, geboren 1965 in Nürnberg, ist seit April 2012 Vorstandsvorsitzender der AGAPLESION gAG in Frankfurt. Von April 2011 bis März 2012 war er Kaufmännischer Geschäftsführer der Klinikum Chemnitz gGmbH, von 1997 bis März 2011 Leitender Verwaltungsdirektor des Evang.-Luth. Diakoniewerks Neuendettelsau.
Horneber hat an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Betriebswirtschaftslehre studiert. Von 1990 bis 1995 war er am dortigen Lehrstuhl für Industriebetriebslehre als Wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig und wurde im Jahr 1994 promoviert.
Horneber ist unter anderem Mitglied des Aufsichtsrats der Evangelischen Bank, Vorstandsmitglied des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbands und der Gesundheitswirtschaft Rhein-Main, außerdem Mitglied im Beirat des Diakoniewissenschaftlichen Instituts der Universität Heidelberg, der Bank für Sozialwirtschaft und der Ecclesia.

Wir danken für einen interessanten Abend.

Diakoniewissenschaftliches Kolloquium am 10. Mai 2021

Pfr. Ingo Stucke referierte am 10. Mai 2021 im Rahmen des Diakoniewissenschaftlichen Kolloquiums in Kooperation mit dem Institut für Diakonie- und Sozialgeschichte (IDSG) zu

„Das Amt des Archidiakons in der EKvW. Mehr als Anachronismus und kirchenpolitischer Bypass?“

Diakonische Einrichtungen, Initiativen und Werke und verfasste Kirche folgen ihren eigenen Logiken. Autonomiebestrebungen stehen gegen Unterordnungsversuchen. Ist die Zuständigkeit für Diakonie in der neuen Kirchenleitungsstruktur nicht mehr bei einer eigenen Oberkirchenrätin angesiedelt sondern ins Ressort des theologischen Vizepräsidenten gekommen, gab es in den Anfangsjahren einen interessanten Koordinationsansatz mit dem Amt des neugeschaffenen Archidiakons.

zur Person:

Ingo Stucke studierte Geschichtswissenschaft (M.A.) an der Universität Bielefeld sowie Ev. Theologie an der Kirchlichen Hochschule Bethel und der WWU Münster (Dipl.theol.). Seit sieben Jahren ist er Pfarrer an der Bartholomäuskirche Brackwede.

Rückblick auf das Diakoniewissenschaftliche Kolloquium vom 14. April 2021

Dr. Frank Konersmann referierte am 14. April 2021 im Rahmen des Diakoniewissenschaftlichen Kolloquiums in Kooperation mit dem Institut für Diakonie- und Sozialgeschichte (IDSG) zu

„Von Guten und Bösen, von Opfern und Tätern“

– Bemerkungen zu begrifflichen und methodischen Fallstricken und zu Chancen ihrer Vermeidung in Biographien der Diakoniegeschichte (im Rahmen der Historiographie über das NS-Regime).

Den Ausgangspunkt des Vortrages bildet die Verwendung der beiden Begriffspaare ‚Gute und Böse‘ und ‚Opfer und Täter‘ in verschiedenen Zweigen der Historiographie über das  NS-Regime, wo  Personengruppen mit diesen beiden Begriffspaaren identifiziert werden. Gefragt wird zunächst  nach der jeweiligen Bedeutung und Funktion dieser Begriffspaare an ausgewählten Beispielen für verschiedene Gattungen historiographischer Darstellung (Weltkriegsmuseen, Täter- und Opferbiographien im Rahmen von Dokumentationen und Gedenkbüchern, Biographien, Monographien mit systematischen Betrachtungen etc.). Im Anschluss soll gemäß der historischen Semantik die Asymmetrie dieser Begriffspaare hinsichtlich ihrer Konsequenzen für die solchermaßen identifizierten Personengruppen aufgehellt werden. Sodann wird gefragt, erstens, ob und inwiefern eine solche Identifizierung mit den methodischen Möglichkeiten der Geschichtswissenschaft (historisch-kritische Textanalyse, analytische Ansätze der historischen Sozialwissenschaften), der es hauptsächlich um das Verstehen von Menschen, Ereignissen und Vorgängen geht, vereinbar ist, und, zweitens, welche Interessen, Erwartungen, Anliegen und Bedürfnisse letztlich ausschlaggebend sind, die auf eine solche Identifikation von Personengruppen zielen und sie bevorzugen. Schließlich soll erörtert werden, welche methodischen Chancen die historiographische Gattung der Biographie bietet, die nach Wilhelm Dilthey auf das Verstehen ausgerichtet ist, und welche Grenzen ihr unterliegen in Anbetracht der während des Vortrages angesprochenen heterogenen Interessen und Erwartungen an eine historiographische Darstellung von Einzelpersonen und Personengruppen während des NS-Regimes.

Zur Person:

Dr. Frank Konersmann ist wissenschaftlicher Berater im Archiv der diakonischen Stiftung Eben-Ezer in Lemgo. Zuvor war er als Archivar der Stiftung tätig und hat bis 2019 als Lehrkraft an der Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie der Universität Bielefeld gearbeitet. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die europäische Agrar-, Sozial- und Klimageschichte der Frühen Neuzeit, wozu er zuletzt den Band mit dem Titel ‚Die Kleine Eiszeit (1430-1830) in Unterricht und Lehre‘ veröffentlichte. 

„Von der Pflege zur Leitung: Katholische Schwestern in Krankenhäusern des 19. und 20. Jahrhunderts“.

Am 13. Januar referierte Frau Dr. Relinde Meiwes (Berlin) im Rahmen des Diakoniewissenschaftlichen Kolloquiums des Instituts für Diakonie- und Sozialgeschichte (IDSG) zu „Von der Pflege zur Leitung: Katholische Schwestern in Krankenhäusern des 19. und 20. Jahrhunderts“.

Dr. Relinde Meiwes beschäftigte sich mit dem Einfluss der katholischen Frauenkongregationen auf Etablierung und Fortentwicklung sowie auf Inhalte und Praxis der Krankenpflege im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sie zeigte, dass die Tätigkeit der Schwestern keineswegs auf eine dienende und sorgende Funktion beschränkt blieb. Das Aufgabenspektrum von einer qualifizierten Krankenpflege bis hin zur Leitung eines Krankenhauses – im Besitz der Kongregation – erforderte darüber hinaus gehende Qualifikationen.

Dr. Relinde Meiwes lebt und arbeitet als freiberufliche Historikerin in Berlin und forscht in ihrem aktuellen Projekt über das Engagement von Franziskanerinnen und Elisabethschwestern im Pflegewesen.