Auf Basis des St. Galler Managementmodells (SGMM) verstehen wir ein Unternehmen als produktives soziales System. Ein Unternehmen ist nicht nur eine -privatwirtschaftliche-Erwerbseinheit, sondern durch vielfältige innerbetriebliche und außerbetriebliche Beziehungen bestimmt. Diese Beziehungen richten sich auf das gesellschaftliche Umfeld, Anspruchsgruppen (Stakeholder) wie Kunden (Klienten), Mitarbeitende, die Regierung, etc. und auf interne Prozesse wie Finanzierung, EDV oder Weiterbildung. Management heißt so das zielorientierte und auftragsgemäße Gestalten dieser Beziehungen.

Diakoniewissenschaft ist eine kontextbezogene und anwendungsorientierte Wissenschaft, die diakonische Praxis erfasst und reflektiert. Sie zielt darauf, diese Praxis zu erklären und zu gestalten. Weil ihr Gegenstand von Glaubensvoraussetzungen getragen und theologisch begründet wird, ergibt sich eine originäre Beziehung zu wissenschaftlicher Theologie.

Zum Forschungsgegenstand der Diakoniewissenschaft gehören verschiedene materiale Felder auf unterschiedlichen Ebenen, die oft ineinander übergehen, so z.B. Diakonie als interpersonale, religiöse Erfahrungsdimension, diakonische Gemeinschaften (z.B. Diakonissenmutterhäuser, Brüderanstalten), gemeindliche und kreiskirchliche Diakonie, unternehmerische Diakonie, Verbandsdiakonie und Gesellschaftsdiakonie.

Die aktuellen sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen für diakonische Unternehmen und Kirchen bestimmen den Forschungsbedarf und den Forschungsgegenstand. Das Institut richtet besonderes Augenmerk auf die Unternehmensdiakonie. Diese ist in den vergangenen anderthalb Generationen zur vorherrschenden Organisationsform der diakonischen Praxis im deutschen Sprachraum geworden und wird es wohl auf mittlere Sicht auch bleiben. Sowohl die Organisationsformen als auch die Strukturen und Bedingungen der Leistungserbringungsprozesse sind immer komplexer geworden und erfordern daher ein umfassendes Verständnis von Management. Die Komplexität hat insbesondere durch Wettbewerbselemente in der Sozialwirtschaft seit Mitte der 1990er Jahre mit der Einführung der Pflegeversicherung erheblich zugenommen.

Die damit verbundenen Phänomene bedürfen einer wissenschaftlichen Bearbeitung, die das Institut mit einem Forschungsprogramm „Diakoniemanagement“ zu seiner Aufgabe gemacht hat.

 

Folgende wissenschaftliche Leitlinien prägen unser Profil:

  1. Werteorientiert wirtschaften, Normen und gesellschaftliche Wirklichkeit wahrnehmen
    Ausbildung und Forschung im Bereich von Diakoniewissenschaft,   Diakoniepolitik und DiakonieManagement bewegen sich im Spannungsfeld christlich geprägter Normativität und neuen gestalterischen Herausforderungen gesellschaftlicher Wirklichkeit.
  2. Interdisziplinär denken lernen
    Ausbildung und Forschung sind interdisziplinär ausgerichtet. Theologische, ethische und wirtschaftswissenschaftliche Zugänge werden auf Grundlage der praktischen Fragestellungen integriert. Wirtschafts- und unternehmensethische Komponenten befördern die Vermittlung zwischen den Paradigmen.
  3. Theorie und Praxis verbinden
    Theoretische Reflexion und praktische Gestaltung sind miteinander verbunden. Die berufsbegleitende Ausbildung bezieht die aktuellen Herausforderungen von diakonischen Organisationen ein.
  4. Kreativ arbeiten
    Für das wissenschaftliche Arbeiten wird ein hoher Anteil kreativen Denkens erwartet. Wissenschaftliche Forschung soll der Realität voraus sein und zukunftsfähige Modelle für Diakoniewissenschaft, Diakoniepolitik und DiakonieManagement entwickeln helfen.
  5. Leitplanken anbieten
    Die interdisziplinäre und praxisorientierte berufsbegleitende Struktur ermöglicht sowohl über Erfahrungswissen systematisch nachzudenken als auch Erkenntnisgewinn beruflich unmittelbar zu nutzen. Das nebenberufliche wissenschaftliche Arbeiten stellt einen hohen Anspruch an die individuelle Arbeitsorganisation und wird durch entsprechende Betreuungsangebote begleitet.
Promotionsstudiengang Diakoniewissenschaft
Der vierte Kurs des PhD-Studiengangs startet im Oktober 2015 (Beginn Vorkurs: Oktober 2014) » mehr
Antrittsvorlesung Prof. Dr. Beate Hofmann
Prof. Dr. Beate Hofmann hat am 4. Juli 2014 ihre Antrittsvorlesung gehalten. » mehr
11. Forum Diakoniewissenschaft am 7. November 2014
Das 11. Forum Diakoniewissenschaft fand am Freitag, 7. November, im IDM Bielefeld statt. » mehr
Wissenschaftliche Buchreihe
Zwei neue Bände sind in der wissenschaftlichen Reihe Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement (Nomos Verlag) erschienen. » mehr
Antrittsvorlesung Prof. Dr. Martin Büscher
Professor Dr. rer. pol. Martin Büscher hielt am 21. Februar 2014 seine Antrittsvorlesung. » mehr
10. Forum Diakoniewissenschaft am 8. November 2013
IDM-Forum mit 150 Gästen. Abschiedsvorlesung von Professor Dr. Udo Krolzik. Wichernpreis an Dr. Hendrik Höver verliehen. » mehr