Profil des Studiengangs

Wirksames Diakonie-Management braucht integratives Denken. Wenn Sie als Führungskraft entscheiden, können Sie die Probleme der Unternehmensführung nicht nach Disziplinen aufspalten. Um leiten und gestalten zu können, ist mehrdimensionale, interdisziplinäre Wahrnehmung nötig. Unser Masterstudiengang ist deshalb auf multirationales, integratives Management ausgerichtet. Um operativ, strategisch und normativ leiten zu können, studieren Sie bei uns die relevanten Fächer nicht nebeneinander. Studieninhalte wie BWL/Ökonomie, Theologie/Ethik oder andere Fachwissenschaften werden miteinander verknüpft und auf gegenseitige Wirkungen befragt. Orientiert am neuen St. Galler Managementmodell wird die Analyse diakonischer Unternehmungen eingeübt, die Rolle normativer (theologischer und ethischer) wie strategischer Aspekte für die Managementpraxis reflektiert und aktuelle Gestaltungsfragen und Herausforderungen für die Leitung diakonischer Unternehmen bearbeitet.

Unter den Studierenden begegnen Sie Fachleuten aus Theologie, Sozialpädagogik, Ökonomie und anderen diakonierelevanten Disziplinen wie Medizin, Psychologie, Informatik oder Jura.

Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums verleiht Ihnen die älteste Kirchliche Hochschule in Deutschland (seit 1905) den Titel Master of Arts (M.A.). Darüber hinaus öffnet sich Ihnen der Zugang zum berufsbegleitenden PhD-Studiengang Diakoniewissenschaft mit dem Abschluss Dr. diac. (Doktor der Diakoniewissenschaft) »mehr.

Ein internationaler Studiengang M.A. Diaconic Management (IMADM 120 ECTS) ergänzt das deutsche Programm.
Der Studiengang wurde von AQAS im Mai 2017 erneut reakkreditiert.

Die folgenden Kompetenzen können Sie im Masterstudiengang Diakoniewissenschaft erwerben oder vertiefen:

1. Wahrnehmen und Verstehen: Diakonie (als produktives soziales System, als Branche, als hybride Organisation) wahrnehmen können:

  • Theologische, wirtschaftswissenschaftliche und andere fachliche Perspektiven verstehen und aufeinander beziehen
  • Sprachfähigkeit für interdisziplinäre Kooperation und gemeinsame Leitung entwickeln (Multirationalität, in der Handlungslogik des anderen denken können und die Sprache kennen)
  • Vorverständnisse klären, z.B. Unternehmensbegriff, und vermeintliche Selbstverständlichkeiten (z.B. normative Vorgaben) der jeweiligen Perspektiven nachvollziehen können
  • Die Eigentümlichkeiten und unterschiedlichen Systemlogiken in Diakonie im Spannungsfeld zwischen Kirche, freiem Unternehmertum und Staat analysieren, verstehen und damit umgehen können (hybride Organisationen)
  • Einbettung in Organisations-, Unternehmens-, Gesellschaftskontexte wahrnehmen

2. Interdisziplinäre Urteilsbildung: Entscheidungen reflektieren (urteilen)

  • Entscheidungen im Blick auf ihre vornormativen und normativen Implikationen hin reflektieren können
  • Rückkoppelung bzw. Verknüpfung mit theologischen Argumentationssträngen und mit Religiosität leisten können („mit dem Milieu vertraut werden“)
  • theologische, ethische und strukturell-ökonomische Dimensionen sozialer Organisationen wahrnehmen

3. Konzeptionelle Kompetenz: Konzeptionelles Denken im Blick auf  Unternehmensentwicklung in kontextueller und ethischer Dimension fördern und entwickeln

  • Aktuelle Entwicklungen und Diskurslinien in der Diakonie/Sozialwirtschaft und in den relevanten wissenschaftlichen Disziplinen und ihre Hintergründe (vor dem Hintergrund multirationaler Organisationstheorie) wahrnehmen und (kontextuell, systemisch, interdisziplinär) reflektieren können
  • Diskurse kennen und einordnen, konzeptionell weiterdenken im Blick auf Relevanz und Anwendbarkeit für Leitungspraxis in Unternehmen
  • Konzeptionelle und kybernetische Kompetenz entwickeln, d.h. ein fremdes System analysieren und verstehen können, eigenständig Konsequenzen für Unternehmensführung ziehen, sich steuernd verhalten können

4. Handlungskompetenz: Handlungs- und Steuerungsfähigkeit (handeln)

  • In komplexen, multirationalen Systemen agieren können
  • eigenständig Konsequenzen aus der Systemanalyse für Unternehmensführung ziehen und sich steuernd verhalten können
  • Konzeptionelles (visionär, neu, kreativ) Denken im Blick auf Unternehmensentwicklung fördern