Rückblick auf das 18. Forum Diakoniewissenschaft

Am Freitag, den 26. November fand unter dem Titel „Leiten in der Pandemie – Was haben wir als Führungskräfte beobachtet? Anliegen, Widersprüche, Lehren“ das diesjährige Forum Diakoniewissenschaft des IDM statt.

In den Planungen seit Jahresbeginn hatten die Verantwortlichen in der Hoffnung, einen Rückblick auf die herausfordernde Zeit während der COVID 19-Pandemie vollziehen zu können, eine Präsenzveranstaltung mit Möglichkeiten zur Begegnung und zum Wiedersehen möglich machen wollen. Leider fand nun auch das diesjährige Forum während und nicht nach der Pandemie statt. Das Thema der Veranstaltung war und ist weiterhin von alltäglicher Bedeutung. Begegnungen fanden wegen der sich zuspitzenden Infektionslage erneut digital statt. 

Doch auch im digitalen Veranstaltungsformat war Erfahrungsaustausch möglich. Institutsdirektor Prof. Martin Büscher stellte in seiner Begrüßung fest: „Die Pandemie ist ein Katalysator für das Aufbrechen von Gesprächskanälen, die vorher verdeckt waren.“ Nach den beiden orientierenden Hauptvorträgen von Prof. Christoph Sigrist und Prof. Kerstin Hämel stellten die Workshopleitenden des Nachmittags als Angehörige unterschiedlicher Disziplinen aus Wissenschaft und Praxis ihre Erfahrungen vor.

In zufällig zugeordneten Breakoutsessions berichteten die über 80 Teilnehmenden einander von den sie prägenden Erfahrungen rund um die Führung in krisenhaften Zeiten und lernten dabei auch ihnen bisang unbekannte Menschen kennen. Die Arbeitsgruppen am Nachmittag boten Möglichkeiten zum vertiefenden Austausch.

Es wurde diskutiert, welchen unterschiedlichen Anforderungen sich Führung gegenübergestellt sieht, welche Vorgaben als hilfreich und welche als hindernd erlebt werden und welche Vorgaben fehlen. Neben der Diskussion über die Forderung einer allgemeinen Impfpflicht (lesen Sie hier das persönliche Statement aus der Eröffnungsrede von Prof. Martin Büscher) wurde zudem das Augenmerk auf Erlebnisse des Zugewinns während der Pandemie gerichtet. Hier entwickelten sich neue Formen der Zusammenarbeit, digitales Arbeiten prägte das Erleben vieler Teilnehmender und veränderte das Arbeits- und Führungserleben dauerhaft.      

Nach dem Tagungskommentar wurden die akademischen Ehrungen vorgenommen. Die Organisator*innen waren dem Verlauf des Tages inhaltlich, kommunikativ und technisch unter den gegebenen Bedingungen sehr zufrieden und danken allen Beteiligten. Erfahren Sie hier, wer an der Durchführung der Veranstaltung inhaltlich beteiligt war. 

Möchten Sie eine Rückmeldung zum Forum geben? Schreiben Sie uns gern Ihre Gedanken und Anregungen, indem Sie hier klicken. 

Alle Veranstaltungen angesichts der jüngsten Entwicklungen der Covid 19-Infektionszahlen in digitalen Formaten

Aufgrund der Entwicklung der Covid 19-Infektionszahlen hat der Institutsrat des IDM in einer Sondersitzung entschieden, vorübergehend alle in Präsenz oder hybrid geplanten Veranstaltungen auf digitale Formate umzustellen.

Dies betrifft alle Lehrveranstaltungen, das Diakoniewissenschaftliche Kolloquium am 17. November 2021 sowie das Forum Diakoniewissenschaft am 26. November 2021.

So wollen wir der RKI-Empfehlung zur Vermeidung von Großveranstaltungen sowie möglichst aller nicht notwendigen Kontakte, entsprechen und die Teilnehmenden hinsichtlich risikobehafteter Anreisemodalitäten und im Umgang mit vulnerablen Gruppen schützen. Wir wollen zugleich einen Beitrag leisten zum verantwortlichen, kollektiven Umgang mit gesellschaftlichen Interessenlagen.

Die Teilnehmendengruppen an den genannten Veranstaltungen werden zeitnah gesondert informiert.

Integration des IDM in die Universität Bielefeld

Voraussichtlich am 1. Januar 2022 wird das Institut für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement (IDM) der „Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel“ in die Universität Bielefeld und dort die Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie integriert. Zu diesem Zweck schließen die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) und die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel (vBSB) einen Kooperationsvertrag mit der Universität Bielefeld.

In zwei Arbeitsgruppen wurde die juristische und akademische Ausgestaltung seit Beginn diesen Jahres vorbereitet. Dazu stellt Institutsdirektor Prof. Dr. Martin Büscher fest: „Die auf das Gelingen ausgerichtete Arbeitsweise aller Beteiligten ermöglichte zielgerichtete Verständigungen über alle wesentlichen Fragen. Die neue Kooperation profitiert von der regionalen Nähe und der Professionalität der Verwaltung einer großen Universität.“ Der Koordinator der Studiengänge Ralf Pahmeyer hebt hervor: „Unsere Studierenden profitieren in mehrfacher Hinsicht: Der modernisierte Standort Groß Bethel bleibt erhalten, Studierende können vermehrt digitale Medien und das International Office nutzen, die universitären Abschlüsse sind international anerkannt.“

Büscher und Pahmeyer sehen im Übergang des IDM förderliche Entwicklungen. Büscher unterstreicht: „Die Anbindung an die Universität Bielefeld bietet besondere Synergien für unsere interdisziplinäre und internationale wissenschaftliche Arbeit.“ Interdisziplinarität ist seit Gründung des Instituts im Jahr 2007 das wissenschaftliche Spezifikum der Masterstudiengänge Diakoniemanagement, International Diaconic Management (englischsprachig) und des Promotionsstudiengangs „Dr. der Diakoniewissenschaft“ sowie des Habilitationsrechtes

PhD-Kurs 6 beendet Präsenzphase

Nach bestandenen Rigorosumsprüfungen endete die Präsenzphase des PhD-Kurses 6 mit einem feierlichen Gottesdienst und dem traditionellen „Diakoniewissenschaftlichen Nachtmahl“ zum Abschluss der hochschulöffentlichen Vorträge. Hier wurden die Mitglieder des im Herbst 2021 neu gestarteten Kurses PhD 7 über den Stand der Dissertationsvorhaben informiert. 

Seit 2019 studierten neun Doktorand*innen gemeinsam und starten nun in die Schreibphase ihrer jeweiligen Dissertationsprojekte. 

Diakoniewissenschaftliches Kolloquium am 17. November 2021

Jan Cantow referierte im Rahmen des Diakoniewissenschaftlichen Kolloquiums in Kooperation mit dem Institut für Diakonie- und Sozialgeschichte (IDSG) zu

„Nazareths Söhne in Lobetal – die halbe Brüderschaft“  

Im Zentrum des Vortrages stand die Geschichte der Gruppe der Nazareth-Diakone in der SBZ/DDR, die zwar durch die deutsche Teilung vom Mutterhaus in Bethel abgesprengt wurde, sich als separate Bruderschaft Nazareth-Lobetal konstituierte, jedoch an Nazareth (Bethel) mit „1000 Fäden“ gekettet blieb.

Jan Cantow ist Archivar und Historiker und seit 1994 Leiter des Archivs der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal. Er ist Autor und Herausgeber diverser Publikationen zur Geschichte der Hoffnungstaler Anstalten Lobetal und insbesondere zur Person Paul Gerhard Braunes.

Das Kolloquium fand aufgrund der aktuellen Entwicklung der COVID-19-Infektionszahlen (s. gesonderter Beitrag dazu) als digitale Veranstaltung statt.