Im Land der Unterschiede: Internationaler Masterkurs Diakoniemanagement in Südafrika

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Nirgends auf der Welt ist die Kluft zwischen Arm und Reich größer als in Südafrika. Auf der einen Seite des Highways die großzügigen, gut geschützten Villen, auf der anderen Seite dicht gedrängt die Wellblechhütten. An der Waterfront, der Vergnügungsmeile von Kapstadt, edle Butiken und feine Restaurants, in den Slums von Bishop Lavis herrschen die Gangs bei einer Jugendarbeitslosigkeit von über 90%. Die beiden Gesichter Südafrikas durften die 11 Studierenden aus 8 verschiedenen Ländern des aktuellen fünften Studiengangs des Internationalen Masterkurses Diakoniemanagement erleben. Für viel Gesprächsbedarf sorgten auch die immer noch allgegenwärtigen Spannungen und Trennungen der Gesellschaft in Weiße, Farbige und Schwarze sowie die wachsende Fremdenfeindlichkeit gegen Afrikaner aus anderen Ländern.

Eine Woche lang besuchten die Studierenden kleine gemeindebasierte Diakonie Projekte sowie Nichtregierungsorganisationen und kirchennahe Einrichtungen und landesweit agierende Organisationen der Diakonie: Einrichtungen zum Drogenentzug, Projekte die Jugendlichen Zugang zur Bildung ermöglichen bis hin zu Menschenrecht- und Lobbyorganisationen. Berührende und beeindruckende Begegnungen mit Menschen und Projekten die gegen den alltäglichen Rassismus, Ungerechtigkeit und die Armut im Land ankämpfen. Immer im Gepäck, das St. Gallener Managementmodell, eine der grundlegenden Konzepte des Studiengangs um Organisationen zu verstehen und ihre jeweiligen Stärken und Schwächen kritisch zu analysieren.

Die Erkenntnisse aus dem Modul „Diaconic Management in Context – Field Research“ werden unter anderen in den kommenden drei Wochen an der Universität in Stellenbosch reflektiert. Prof. Dennis Solon als Kursleiter und Prof. Martin Büscher als IDWM-Direktor und Mitbegründer des Prpgrammes  vom Institut für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement (IDWM) kommen als verantwortliche Dozierende für die nunmehr fünfte IMADM-Gruppe dazu. Public Leadership, Ministry and Sustainibility, Operative Management und Corporate Governence sind weitere Beispiele von Lehrthemen an der Universität Stellenbosch.

Der internationale und interdisziplinäre Studiengang wird von der VEM gemeinsam mit seinem akademischen Partner, das Institut für Diakoniewissenschaften und Diakoniemanagement der Universität Bielefeld, verantwortet. Hochschulen in den Philippinen, Indonesien und Tansania sind neben der südafrikanischen Hochschule weitere Partner des Studienprogramms. Der Studiengang wird seit über 10 Jahren angeboten und die inzwischen über 50 Alumni haben in vielen Kirchen durch ihre erworbenen Kompetenzen wesentliche Schlüsselpositionen besetzt und prägen das diakonische Profil nicht nur der VEM Mitgliedskirchen.

In the land of differences: Master Course Diaconia Management in South Africa

Nowhere in the world is the gap between rich and poor greater than in South Africa. On one side of the highway are the spacious, well-protected villas, on the other side the densely packed corrugated iron huts. On the Waterfront, the entertainment mile of Cape Town, noble boutiques and fine restaurants, in the slums of Bishop Lavis the gangs rule with a youth unemployment rate of over 90%. The 11 students from 8 different countries of the current fifth course of the International Master Course in Diaconia Management were able to experience the two faces of South Africa. The still omnipresent tensions and divisions of society into whites, coloreds and blacks as well as the growing xenophobia against Africans from other countries also provided for much discussion.

For one week, the students visited small community-based diaconia projects, non-governmental organizations and church-related institutions as well as nationally active diaconia organizations: drug rehabilitation facilities, projects that provides young people with access to education, and human rights advocacy organizations. Touching and impressive encounters with people and projects that fight against everyday racism, injustice and poverty in the country. Always in the baggage, the St. Gallen Management Model, one of the basic concepts of the study program to understand organizations and to critically analyze their respective strengths and weaknesses. The findings of the Diaconic Management in Context (field research) will be reflected upon, among others, during the next three weeks at the University in Stellenbosch. Public Leadership, Ministry and Sustainability, Operational Management and Cooperate Governance are further examples of the teaching in Stellenbosch.

The international and interdisciplinary course is offered by the UEM together with its academic partner, the Institute for Diaconic Science and Diaconic Management at Bielefeld University. Universities in the Philippines, Indonesia and Tanzania are further partners in the study program, along with South African university- Stellenbosch. The study program has been offered for over 10 years and the alumni, who now numbered over 50, have filled key positions in many churches and institutions through their competencies and shape the diaconal profile not only of the UEM member churches.